Nachrufe

Albert Fischer als Künstler bekannt unter “Fise”

“Albert Fischer war einer der führenden, zeitgenössischen gehörlosen Künstler in Deutschland. Einzigartig, typisch und unvergesslich ist die Zeichnung mit der “langen, spitzen Nase” als eigenes stilistisches Markenzeichen…” Eine Laudation von Trudi Mally …PDF ansehen

Ich höre mit den Augen und träume mit den Händen

“Wir haben einen wundervollen Menschen verloren. Mit großer Fassungslosigkeit haben wir die Nachricht erhalten, daß der leidenschaftliche gehörlose Künstler Albert Fischer – Fise – am 26. November nach seiner kurzen schweren Krankheit friedlich eingeschlafen ist…”  Ein Nachruf der Zeitschrift ‘Selbstbewusst werden’ …PDF ansehen

Das Herz symbolisierte ihn selbst

“Deutschland, der mit seinen Werken auch die Anerkennung und Wertschätzung der hörenden Kunstkritik gewann. Er war ein Mensch, der sich in seinen Werken immer wieder und sehr nachdrücklich dem Kampf um Anerkennung der Gebärdensprache und der Akzeptanz gehörloser Menschen als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft widmete…” Eine Laudatio des Fördervereins Zeichen setzen …PDF ansehen

Die Süddeutsche zeitung schreibt…

„Auf intensiv farbigem Bildgrund verbindet der Maler fein strukturierte Linienmuster. So hat er auch hier wieder eine Ausdrucksmöglichkeit für sein Thema gefunden: Zu zeigen, dass einander Fremdes sich nicht fremd bleiben muss, wenn sich beide Seiten mit offenen Augen und offenem Herzen um Verstehen bemühen.“

1940 in München geboren und im ersten Lebensjahr ertaubt studierte er von 1956 – 59 Kunst bei Prof. Blocherer in München. Nach mehreren Volontariaten in München und Bonn machte er sich als Gemälderestaurator selbstständig. Von 1958 an war er Mitglied der Künstlervereinigung Fürstenfeldbruck. Es folgten vielbeachtete Einzel- und Gruppenausstellungen deutschlandweit.

Fise war aber auch ein großer Verfechter der Selbstbestimmung der Gehörlosen. Er ver-fasste unzählige Artikel für diverse Zeitungen und war ein gern gesehener, aber auch wegen seiner strikten Haltung gefürchteter, Gast bei Podiumsdiskussionen und TV – Debatten.
Über all diesen Aktivitäten stand für ihn aber immer die Malerei. Dank ihrer Hilfe konnte er ausdrücken, was ihn bewegte. „…ich gebe jedem Farbton alles was ich habe und vor allem, was ich genau will. Der Zufall spielt nicht mit mir, vielmehr spielt meine Phantasie mit ihm.“
Für seine künstlerische und politische Arbeit erhielt er mehrere Preise. Darunter den Preis „Gehörlosenkultur 2001“.

Im November 2003 verstarb Fise plötzlich und unerwartet an einer schweren Krankheit. Er erfuhr posthum viele Ehrungen und Auszeichnungen u.a. den Kulturpreis 2008. Der Bayerische Rundfunk strahlte 2004 einen Nachruf auf Fise aus, welcher in den darauffolgenden Jahren deutschlandweit in allen dritten Programmen wiederholt wurde. Für das Jahr 2012 sind zwei weitere Sendungen in Produktion und seine Werke werden auf mehreren Ausstellungen und den Kulturtagen der Gehörlosen zu sehen sein. 

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